Tauchtauglichkeit

Untersuchung gemäß GTÜM e.V.

Einleitung

Tauchen - für die meisten aktiven Sporttaucher eine schöne und aufregende, wenn nicht die faszinierendste Sportart überhaupt.  Das Eintauchen in die Welt unter Wasser eröffnet je nach Region eine Tier-und Pflanzenwelt ungeahnter Schönheit, offenbart aber häufig auch die ökologischen Auswirkungen unserer Zivilisation. Tauchen bedeutet aber auch, Grenzen und Ängste zu überwinden und sich in eine Umgebung zu begeben, in der der Mensch ohne entsprechende Ausbildung und technische Hilfsmittel nur kurze Zeit überleben kann.

 

Beim Tauchen verändern sich wesentliche Umgebungsbedingungen! Hierzu zählen der steigende Umgebungsdruck (pro 10m Tiefe steigt der Druck um 1 bar, d.h. auf den ersten 10m verdoppelt sich der Umgebungsdruck), die Temperatur und die Sichtverhältnisse. Hinzu kommen die Folgen des Eintauchens ins Wasser (Immersion), die kalte und trockene Atemluft sowie erhöhte Atemwegswiderstände. Auch der fehlende Bodenkontakt und nicht kalkulierbare Anstrengungen sind von Bedeutung.

 

Die Sicherheit beim Tauchen hängt selbstverständlich von Ausbildung, Erfahrung und adäquater Ausrüstung ab. Darüber hinaus spielen die individuelle gesundheitliche Eignung und körperliche Fitness eine wesentliche Rolle für die Sicherheit und Freude beim Tauchsport. Bei Kindern und Jugendlichen ist ausserdem die ausreichende geistige Reife von grosser Bedeutung.

 

Es reicht folglich nicht, die Beanspruchung an das eigene Können und die Leistungsfähigkeit anzupassen. Es sollten im Vorfeld die Auswirkungen oben genannter Faktoren auf den eigenen Organismus vor dem Hintergrund der individuellen gesundheitlichen Voraussetzungen abgeklärt werden.

 

 

Hierzu dient die sogenannte TAUCHTAUGLICHKEITSUNTERSUCHUNG (TTU). Im Gegensatz zu Berufstauchern ist diese bei Sporttaucher gesetzlich nicht vorgeschrieben. Allerdings fordern heute nahezu alle Tauchbasen oder Reiseveranstalter entsprechende ärztliche Bescheinigungen. Auch aus haftungs- und versicherungsrechtlichen Gründen sollte der Taucher selbst nur mit einer gültigen Tauglichkeitsbescheinigung seinen Sport ausüben.

 

Tauchtauglichkeitsuntersuchung

Diese Untersuchung wird bei uns nach den aktuellen Richtlinien der Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin e.V. durch einen Arzt mit der Qualifikation Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM e. V.) durchgeführt. Sie umfasst eine Erhebung der Krankengeschichte, eine gründliche körperliche Untersuchung sowie EKG und Lungenfunktion. Im Einzelfall können zusätzlich Blutuntersuchungen, eine Röntgenaufnahme der Lunge, ein Belastungs-EKG oder eine Ultraschall-Untersuchung des Herzens erforderlich sein. Abschließend erfolgt eine ausführliche Beratung.

 

Auffällige Befunde und Vorerkrankungen

Werden bei dieser Untersuchung neue auffällige Befunde erhoben oder sind im Vorfeld bereits Erkrankungen bekannt, bedeutet dies nicht zwangsläufig die Verweigerung der Tauglichkeitsbescheinigung. Vielfach kann nach Abklärung der Befunde und ggf. unter Behandlung durch entsprechende Fachärzte eine Tauglichkeit erteilt werden. Auch gibt es die Möglichkeit, eine eingeschränkte Tauglichkeit mit bestimmten Auflagen (z.B. kein Höhlen- oder Eistauchen) auszustellen. 

Während normalerweise bis zum 40. Lebensjahr alle 3 Jahre und danach jährlich eine TTU gefordert wird, kann bei Bedarf auch ein kürzeres Intervall empfohlen werden.

Bei Kindern und Jugendlichen kann zwischen dem 8. und 18. Lebensjahr eine Tauchtauglichkeit für maximal ein Jahr bescheinigt werden.

 

Termine

Einen Termin vereinbaren Sie bitte nach Absprache. Gehen Sie bitte davon aus, dass in der Regel 2 Termine erforderlich sind. Beim ersten erfolgen die technischen Untersuchungen, beim zweiten nach der Auswertung der Befunde die körperliche Untersuchung. Sollten keine weiteren Untersuchungen erforderlich sein, wird das Abschlussgespräch geführt und sie erhalten Ihre Tauchtauglichkeitsbescheinigung. Für jeden Termin planen Sie bitte 45 Minuten ein. 

Sollten Sie aktuelle Befunde (nicht älter als 12 Wochen, Röntgenbild der Lunge 1 Jahr) vorliegen haben, werden wir diese selbstverständlich berücksichtigen und ohne Grund nicht noch einmal erheben. Bei Vorliegen aller Befunde ist nur ein Termin von ca. 45 Minuten erforderlich.

Kosten

Die Kosten für eine solche Untersuchung müssen Sie normalerweise selbst tragen. Die Krankenversicherer kommen hierfür nicht auf.

Wir erstellen für unsere Leistungen eine Rechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Die Kosten belaufen sich auf etwa € 100.-. Fremdleistungen wie eine Röntgenuntersuchung oder ein Belastungs-EKG werden zusätzlich berechnet.

 

Beratung per Telefon oder Email

Haben Sie bei uns die Vorsorgeuntersuchung durchführen lassen und vor der nächsten Folgeuntersuchung eine Frage (z.B. im Zusammenhang mit einer neu aufgetretenen Erkrankung oder einem geplanten Urlaub) können Sie mit uns telefonisch oder per Email Kontakt aufnehmen. Wir werden versuchen, Ihnen weiterzuhelfen. Bitte haben Sie Verständnis, wenn im Einzelfall ein Rückruf vereinbart wird oder aber aus medizinischen Gründen Ihnen zu einer persönlichen Vorstellung geraten wird. Auskünfte per Telefon oder Email sowie ein persönliches Gespräch sehen wir als kostenfreien Service für von uns betreute Tauchsportler. Hierfür stellen wir Ihnen keine zusätzlichen Kosten in Rechnung!

 

Ihr Ansprechpartner für tauchmedizinische Fragen:

Dr. Matthias Heppe

Facharzt für Anästhesiologie

Notfallmedizin, Intensivmedizin

Qualifikation Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM e.V.)

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